Eisenbahnbrücke W.

Diese hier gezeigte historische Eisenbahnbrücke wurde zwischen 1871 bis 1874 erbaut und war zeit ihres Bestehens die nördlichste Rheinbrücke in Deutschland.  Aufgrund besonderer Auflagen der preußischen Militärverwaltung erfolgte der Bau in einer besonders massiven Ausführung. So waren an beiden Uferpfeilern insgesamt 4 Wehrtürme mit 1,5 Meter dickem Ziegelmauerwerk verbaut. 

Auf beiden Seiten des Rheins errichtete man im Ersten Weltkrieg zur Verteidigung des Brückenkopfes Betonbunker. Diese wurden 1921 auf Anordnung der Alliierten gesprengt. Ende des 2. Weltkrieges war die Brücke die letzte Rückzugslinie der Wehrmacht während der Eroberung des linken Niederrheins. Am 10. März 1945 sprengten deutsche Pioniere die Eisenbahnbrücke – drei Tage nach Eroberung der Ludendorff-Brücke bei Remagen durch US-Truppen. Die Brücke wurde nach dem Krieg nicht wiederaufgebaut.

Batterie Todt

Heute einmal was Geschichtliches! 🙂 Die hier gezeigte Küstenbatterie war während des 2. Weltkriegs eine Geschützstellung der Marine-Artillerie-Abteilung 242 der deutschen Kriegsmarine am Ärmelkanal in Frankreich. Sie war damit ein Teil der Befestigung des Atlantikwalls und diente hauptsächlich dazu von Landseite her England zu beschießen.

Die „Batterie Todt“ hieß beim Bau im Jahr 1940 ursprünglich „Batterie Siegfried“ und wurde als posthumer Ehrenbeweis nach dem tödlichen Unfall von Fritz Todt, umbenannt. Die Hauptbewaffnung der Anlage bestand aus vier 38cm S.K. C/34 Geschützen, aufgestellt in vier Türmen. Am 29. September 1944 wurde die Stellung von kanadischen Truppen erobert. Drei Bunker haben den Zweiten Weltkrieg ohne größere Beschädigungen überstanden, einer völlig zerstört. Der hier gezeigte Teil ist rund um Turm 1 und beinhaltet seit Jahren ein Museum mit dem sehenswerten 28cm-Eisenbahn-Geschütz, einer dauerhaften Leihgabe.

 

Geisterdorf Doel

Nur noch ein kleiner Zubringer lässt erahnen, dass der kleine Ort Doel in Flandern/ Belgien überhaupt noch existiert. Die Straßen sind leer, das Dorf ist dem Untergang geweiht ist. Nur noch wenige Einwohner halten sich dort auf, betreiben u.a. ein kleines Kaffee samt Kiosk und kämpfen mit vielen ehemaligen Bewohnern und Interessierten für den Erhalt. Auch die Windmühle hinter dem Deich, eine der ältesten in Flandern, wird wohl nicht bleiben.

Doel liegt genau in Sichtweit des Pannen-Atomkraftwerkes Doel und Europas größtem Hafen in Antwerpen. Und genau dies ist auch der Grund, warum die kleine Stadt weichen muss. 1998 beschloss das flämische Parlament das Ende von Doel, weil für Antwerpens Hafen eine neue Schleuse gebaut werden musste und das neue Dock für die Container-Riesen Platz benötigt. Aber wie einst ein kleines, berühmtes gallische Dorf, kämpft auch Doel ums Überleben.

In der Zwischenzeit wurde der Ort aber auch zum Treffpunkt von Schaulustigen, Tagestouristen, StreetArt-, PaintBrush- und Graffiti-Künstlern. Unter anderem finden sich zwischen baufälligen Gebäuden und vernagelten Türen und Fenstern Werke von ROA, Jeroen Janssen, BING AIDA, Kifes u.v.m. – Der Kampf geht weiter!

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Im vorerst vierten und letzten Teil gibt es eine bunte Mischung aus Freizeitaktivitäten, die in der verbotenen Stadt für Abwechslung im tristen militärischen Alltag sorgten. Dazu gehören u.a. der imposante Theatersaal samt seiner Nebengebäude, ein Ballsaal, ein Filmvorführraum und das große Schwimmbad, in welchem seit 1994 keiner mehr seine Bahnen gezogen hat. Hinzu kommen noch diverse Wirtschaftsräume sowie das große Heizwerk für Warmwasser.

Final muss ich sagen, dass mich die „verbotene Stadt“ mächtig geflasht hat. Ich habe nur einen Bruchteil des riesigen Areals gesehen und ein neuerlicher Besuch sollte in Angriff genommen werden.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Im dritten Teil der „verbotene Stadt“ gibt es einen Querschnitt diverser Kasernengebäuden. Zum einen befinden sich hier die Infanterieschule, eine kleine Werkstatt, diverse Wirtschaftsgebäude, die Offizierslehranstalt und das Exerzierhaus, welches später als Theatersaal genutzt wurde.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Im zweiten Teil der „verbotene Stadt“ zeige ich heute das Kommandantenwohnhaus des, letzten Oberkommandierenden der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, Matwei Prokopjewitsch Burlakow. Der russische Generaloberst lebte dort von 1990 – 1994. Die repräsentative „Villa Burlakow“ wurde von 1911 bis 1914 erbaut und steht heute zum Verkauf.

Burlakow selber war ein hoch dekorierter Kommandant, der insgesamt 42 Jahre für das russische Militär diente. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland war er stellvertretender Verteidigungsminister der Russischen Föderation, wurde aber bereits wenige Monate später durch Präsident Boris Jelzin von seinen Pflichten entbunden und entlassen. Am 8. Februar 2011 verstarb Burlakow in Moskau.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Eine „verbotene Stadt“ mitten in Deutschland – ein Abenteuerspielplatz für Lost Places Fotografen! Der ehemals größte Schieß- und Versuchsplatz Preußens wurde ursprünglich 1872 erbaut und im ersten Weltkrieg als Lager für vorwiegend muslimische Kriegsgefangene (bis zu 30.000 Personen) genutzt. Später übernahmen die Nationalsozialisten die Gebäude und erweiterten das Gelände um diverse Bunker und Militärgebäude.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände zum Standort des Oberkommandos der sowjetischen Streitkräfte. Bis zu 35.000 Sowjets waren von 1945 – 1994 dort stationiert. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Ort zu einer eigenständigen Stadt mit kompletter Infrastruktur. Auch wenn die Sowjets schon längst abgezogen sind, liegt doch noch ein Hauch Russlands in der Luft.

Im ersten Teil der Fotoserie zeige ich hier den größten Komplex auf diesem Gelände – das „Das Haus der Offiziere“ – einem schlossartigen Gebäude aus wilhelminischer Zeit. Hier befanden sich einst die Quartiere der Offiziere samt sanitären Anlagen, Fernsehstudio, Offizierscasino, Offiziersmesse u.v.m.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Fortress of Mimoyecques

Diese geheime, deutsche Basis des Zweiten Weltkriegs mit den Codenamen „Wiese“ und „Bauwerk 711“ wurde von Frühjahr 1943 bis Sommer 1944 von mehr als tausend Zwangsarbeitern gebaut. Sie gehört bis heute zu einer der beeindruckendsten deutschen Militäreinheiten, die Hitler sich vorgestellt hat. Ziel war es von hier aus das etwa 160 km entfernte London aus fünfzig 140 m langen V3-Geschützrohren (eine Mehrfachladungswaffe) zu beschießen.

Es war geplant zwei solcher Batterien zu bauen. Aber lediglich der heute noch zugängliche Teil wurde teilweise fertig gestellt. Der westliche Teil musste bereits im November 1943 nach starken Bombardierungen aufgegeben werden. Noch vor dem ersten Schuss der Deutschen auf London wurde der Bunker am 6. Juli 1944 bei einem britischen Luftangriff durch Tallboy-Fliegerbomben so stark beschädigt, dass das Projekt aufgegeben wurde. Im Mai 1945 wurde die Anlage auf Befehl von Winston Churchill in die Luft gesprengt.

 

 

HMS Crested Eagle

Überreste der HMS Crested Eagle (erbaut 1925) einem ehemaligem Raddampfer, der im zweiten Weltkrieg als Minensuchboot eingesetzt wurde. Bei der Schlacht um Dünkirchen (26. Mai bis 4. Juni 1940) wurde das Schiff, wie zahlreiche andere auch, zur Evakuierung von britischen und französischen Soldaten eingesetzt. Unter dem Codenamen „Operation Dynamo“ wurden über 338.226 Soldaten gerettet, als die deutsche Wehrmacht die Hafenstadt eingekesselt hatte. Genau in dieser Phase wurde die Crested Eagle von einem gegnerischen Geschoss getroffen und sank.

Kleiner jüdischer Friedhof

Dieser kleine und unscheinbar wirkende jüdische Friedhof in einer kleinen Stadt beherbergt insgesamt noch 81 Grabsteine. Die ersten sind datiert aus dem Jahr 1827, der letzte aus dem Jahr 1940. Die dazugehörige Synagoge wie auch einige Häuser und Geschäfte der Juden wurden spätestens in der Pogromnacht am 9. November 1938 völlig verwüstet bzw. niedergebrannt. 1990 wurde der Friedhof in die Denkmalliste der Stadt eingetragen und von ehrenamtlicher Seite gepflegt.