Das ehemalige Hüttenwerk M. kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Teile der erhalten Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Im Jahre 1646 wurde das Eisenwerk gegründet und bestand anfangs aus zwei Frischfeuern und einem Hammerwerk. 1662 wurde der erste Hochofen in Betrieb genommen. Allerdings war die Hütte nicht rentabel genug und ging trotz diverser Besitzerwechsel in Konkurs. 1710 erfolgte die Stilllegung.
Erst 44 Jahre spƤter wurde der Betrieb der Eisenverhüttung in der Eisenhütte M. wieder aufgenommen. Neben qualitativ hochwertigem Stabeisen wurde ein groĆes Sortiment an Fertigprodukten wie GewehrlƤufe, Beile, Pflugscharten hergestellt. Das markante VerwaltungsgebƤude, das einen Dachreiter mit Uhr erhielt, wurde 1781 erbaut. Nach hinten ist ein Fachwerkhaus angebaut, das ursprünglich als Modellwerkstatt diente. Diverse Erweiterungen und Umstrukturierungen prƤgten in den Folgejahren das Bild der Hütte.
1902 startete man einen neuen Versuch mit der Herstellung von Gaskochern und HeizgerƤten. Hinzukamen zu Blechaggregate für die Heizungsfirma Junkers. Ende des Zweiten Weltkrieges brannte das Modellhaus mit samt seinen Gussmodellen nieder. 1959 wurde das Werk erst teilverstaatlicht, 1972 erfolgte die komplette Verstaatlichung als āVEB Gas- und HeizgerƤtewerk M.ā Bei der Produktion von ebensolchen GerƤten und Teilen war das Unternehmen Alleinhersteller in der DDR. Nach der Wiedervereinigung hielt sich der Betrieb nicht lange und musste 1991 gƤnzlich schlieĆen.