Atlantikwall auf Jersey

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern entpuppen sich die Kanalinseln förmlich als Kleinod für Festungsliebhaber und Interessenten des 2. Weltkrieges. Durch die Besetzung der deutschen Wehrmacht von 1940 – 1945 wurden hier zahlreiche Bauten errichtet bzw. umgebaut, denn die Kanalinseln galten als strategische wichtige Stellung im dritten Reich.

Einige Festungen auf Jersey habe ich euch bereits gezeigt, nun gibt es einen fotografischen Querschnitt der unzähligen Bunker, Schartenstände, Mess- und Peilstände, Batterien und Hohlgangsanlagen. Die meisten Bauwerke sind gut erhalten, denn kaum etwas wurde zerstört oder gesprengt. Einige sind mittlerweile öffentlich zugänglich, andere werden anderweitige verwendet und wieder andere warten einfach darauf entdeckt zu werden. 😉

Siehe auch:

Batterie MoltkeFestung Mont Orgueil CastleBatterie Lothringen, Hohlgangsanlage 8, Festung Elizabeth Castle

Ehemalige Arztvilla

Diese ehemalige Arztvilla befindet sich auf einem weitläufigen Klinikgelände für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik einer Kleinstadt. Leider war es sehr schwer weitere Informationen über dieses Haus zu erhalten. Bekannt ist lediglich, dass Anfang 1905 die Heil- und Pflegeanstalt gegründet wurde. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die Villa auch aus dieser Zeit stammt, denn üblicherweise wohnten zu damaliger Zeit die behandelten Ärzte auf dem Gelände. 

Später wurde das Haus als Schwesternwohnheim genutzt, bevor es in den letzten 10 Jahren leer stand. Aktuell wird es nun zu einem Einfamilienhaus umfunktioniert und erhält damit eine neue Nutzung.

Alte Wellpappenrohpapierfabrik

Diese Papierfabrik in einer Kleinstadt blickt auf eine lange Tradition zurück. Ende des 19. Jahrhunderts war das wunderschöne Gebäude, samt angrenzenden Hallen, im Besitz einer bekannten jüdischen Familie, bevor diese im zweiten Weltkrieg enteignet wurde. 

Nach dem Krieg wechselte die Produktionsstätte gleich mehrfach den Besitzer und nutzten die Fabrikhallen für die Herstellung unterschiedlichster Papiersorten und Pappen. Der letzte Inhaber, ein namhaftes Unternehmen, produzierte hier von 2009 bis Mitte 2015 knapp 70 000 Tonnen/pro Jahr Wellpappenrohpapiere, das als Basismaterial für die Wellpappenherstellung dient. Doch dann fiel dieses Werk einem „europaweiten Kostenreduzierungsprogramm“ zum Opfer. Der Maschinenpark wurde abgebaut und auf andere Niederlassungen verteilt, die Immobilie verkauft und wartet seither auf eine neue Nutzung. 

Villa Woodstock

Die „Villa Woodstock“, wie sie in Urbexkreisen gerne bezeichnet wird, galt lange Zeit als absoluter Geheimtipp. Sie zieht jeden Fotografen durch ihre Schönheit und Bauweise in ihren Bann. Die zweigeschossige Villa liegt leicht versteckt in einem kleinen Park in welchem sich auch ein Springbrunnen befindet. Das Gebäude wurde im Stil des Historismus mit Elementen der Neorenaissance erbaut und ist ein Vertreter des typischen Landhauses der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Erbaut wurde dieses Schmuckstück im Jahre 1883 und gehörte einem deutschen Juristen und Verwaltungsbeamten, der die Villa nach dem Vornamen seiner Ehefrau Amalia nannte und war lange in Familienbesitz. 1976 war das Gebäude vom Abriss bedroht, wurde aber unter Denkmalschutz gestellt und anschließend viele Jahre als Pflegeeinrichtung genutzt, bis der damalige Verband Insolvenz anmelden mußte. Danach verfiel das Anwesen in ein Dornröschenschlaf, bis 2015 eine Aachener Immobilienfirma die Villa erwarb und diese nun seit geraumer Zeit saniert wird.

Villa Telha

Diese tolle „Kachelvilla“ (Villa Telha) liegt oberhalb eines Flusses. Von hier aus kann man das gesamte Tal samt angrenzender Stadt überblicken. Der Lage des Anwesens und der zahlreichen handgemalten Kacheln zu urteilen waren die früheren Besitzer mit Sicherheit nicht mittellos.

Leider lassen sich keine Rückschlüsse auf die Geschichte ziehen, da ein Feuer vor knapp 8 Jahren alles Schöne zerstört hat. Es ist höllisch gefährlich die nähere Umgebung zu erkunden, große Teile des Bodens und des Daches sind bereits eingestürzt. 

Vergessene russische NS-Gedenkstätte

Ein Zufallsfund in einem Waldgebiet einer Großstadt – eine kleine russische Gedenkstätte… völlig verlassen, völlig ungepflegt. Erst nach vielen Stunden Recherche konnte ich etwas herausfinden. 

Hierbei handelt es sich um eine Gedenkstätte für insgesamt 74 sowjetische Bürger die während der nationalsozialistischen Herrschaft (1941 – 1945), in Gefangenschaft,  ermordet wurden. Die Gedenkstätte befindet sich an der Stelle eines Massengrabs und ist lediglich durch einen kleinen, defekten Jägerzaun geschützt … die Gestaltung erinnert an einen kleinen Friedhof.