Street Art und Graffiti auf der Kiefernstraße

Wer hätte einmal gedacht, dass aus dem einst „sozialen Brennpunkt Kiefernstraße“ in Düsseldorf-Flingern, das Pendant zur adretten Königsallee wird? Mittlerweile ist dieser Straßenzug (ursprünglich waren es Werkswohnungen für die Arbeiter des nahe gelegenen Stahlwerkes) fast bekannter ist wie die Shoppingmeile der Reichen. In den 80er-Jahren war die Kiefernstraße noch ein Alptraum in grau – heute punktet sie mit ihren bunten Häuserfronten und ihren kreativ gestalteten Fassaden. 

Mit Hilfe des Stadtrates und des Sozialamtes wurde zusammen mit den Bewohnern, engagierten Menschen und dem Kulturbüro Kiefernstraße die künstlerische Gestaltung der Fassaden vorgenommen. So gestaltete die Gruppe Farbfieber um Klaus Klinger ab 2004 die Häuser 1 bis 7 mit bunten, stadttypischen und politischen Graffitis. In der Folgezeit kamen weitere Kunstobjekte von bekannten Künstlern wie Adultremix, Ben Mathis, MaJo Brothers mit den typischen gelben Affen, dem Kölner Künstler SeiLeise sowie Jana & JS hinzu und wird stätig erweitert. Have fun!

 

Batterie Todt

Heute einmal was Geschichtliches! 🙂 Die hier gezeigte Küstenbatterie war während des 2. Weltkriegs eine Geschützstellung der Marine-Artillerie-Abteilung 242 der deutschen Kriegsmarine am Ärmelkanal in Frankreich. Sie war damit ein Teil der Befestigung des Atlantikwalls und diente hauptsächlich dazu von Landseite her England zu beschießen.

Die „Batterie Todt“ hieß beim Bau im Jahr 1940 ursprünglich „Batterie Siegfried“ und wurde als posthumer Ehrenbeweis nach dem tödlichen Unfall von Fritz Todt, umbenannt. Die Hauptbewaffnung der Anlage bestand aus vier 38cm S.K. C/34 Geschützen, aufgestellt in vier Türmen. Am 29. September 1944 wurde die Stellung von kanadischen Truppen erobert. Drei Bunker haben den Zweiten Weltkrieg ohne größere Beschädigungen überstanden, einer völlig zerstört. Der hier gezeigte Teil ist rund um Turm 1 und beinhaltet seit Jahren ein Museum mit dem sehenswerten 28cm-Eisenbahn-Geschütz, einer dauerhaften Leihgabe.

 

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Im vorerst vierten und letzten Teil gibt es eine bunte Mischung aus Freizeitaktivitäten, die in der verbotenen Stadt für Abwechslung im tristen militärischen Alltag sorgten. Dazu gehören u.a. der imposante Theatersaal samt seiner Nebengebäude, ein Ballsaal, ein Filmvorführraum und das große Schwimmbad, in welchem seit 1994 keiner mehr seine Bahnen gezogen hat. Hinzu kommen noch diverse Wirtschaftsräume sowie das große Heizwerk für Warmwasser.

Final muss ich sagen, dass mich die „verbotene Stadt“ mächtig geflasht hat. Ich habe nur einen Bruchteil des riesigen Areals gesehen und ein neuerlicher Besuch sollte in Angriff genommen werden.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Im dritten Teil der „verbotene Stadt“ gibt es einen Querschnitt diverser Kasernengebäuden. Zum einen befinden sich hier die Infanterieschule, eine kleine Werkstatt, diverse Wirtschaftsgebäude, die Offizierslehranstalt und das Exerzierhaus, welches später als Theatersaal genutzt wurde.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Im zweiten Teil der „verbotene Stadt“ zeige ich heute das Kommandantenwohnhaus des, letzten Oberkommandierenden der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, Matwei Prokopjewitsch Burlakow. Der russische Generaloberst lebte dort von 1990 – 1994. Die repräsentative „Villa Burlakow“ wurde von 1911 bis 1914 erbaut und steht heute zum Verkauf.

Burlakow selber war ein hoch dekorierter Kommandant, der insgesamt 42 Jahre für das russische Militär diente. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland war er stellvertretender Verteidigungsminister der Russischen Föderation, wurde aber bereits wenige Monate später durch Präsident Boris Jelzin von seinen Pflichten entbunden und entlassen. Am 8. Februar 2011 verstarb Burlakow in Moskau.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Haus der Offiziere

Eine „verbotene Stadt“ mitten in Deutschland – ein Abenteuerspielplatz für Lost Places Fotografen! Der ehemals größte Schieß- und Versuchsplatz Preußens wurde ursprünglich 1872 erbaut und im ersten Weltkrieg als Lager für vorwiegend muslimische Kriegsgefangene (bis zu 30.000 Personen) genutzt. Später übernahmen die Nationalsozialisten die Gebäude und erweiterten das Gelände um diverse Bunker und Militärgebäude.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde das Gelände zum Standort des Oberkommandos der sowjetischen Streitkräfte. Bis zu 35.000 Sowjets waren von 1945 – 1994 dort stationiert. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Ort zu einer eigenständigen Stadt mit kompletter Infrastruktur. Auch wenn die Sowjets schon längst abgezogen sind, liegt doch noch ein Hauch Russlands in der Luft.

Im ersten Teil der Fotoserie zeige ich hier den größten Komplex auf diesem Gelände – das „Das Haus der Offiziere“ – einem schlossartigen Gebäude aus wilhelminischer Zeit. Hier befanden sich einst die Quartiere der Offiziere samt sanitären Anlagen, Fernsehstudio, Offizierscasino, Offiziersmesse u.v.m.

Siehe auch:

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kommandantenwohnhaus

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Kasernengebäude

Die „verbotene Stadt“ der Sowjets – Sport und Freizeit

HMS Crested Eagle

Überreste der HMS Crested Eagle (erbaut 1925) einem ehemaligem Raddampfer, der im zweiten Weltkrieg als Minensuchboot eingesetzt wurde. Bei der Schlacht um Dünkirchen (26. Mai bis 4. Juni 1940) wurde das Schiff, wie zahlreiche andere auch, zur Evakuierung von britischen und französischen Soldaten eingesetzt. Unter dem Codenamen „Operation Dynamo“ wurden über 338.226 Soldaten gerettet, als die deutsche Wehrmacht die Hafenstadt eingekesselt hatte. Genau in dieser Phase wurde die Crested Eagle von einem gegnerischen Geschoss getroffen und sank.

Bahnbetriebswerk L.

Die Reste des hier gezeigten Bahnbetriebswerkes stammen aus dem Jahr 1916, der dazugehörige Bahnhof wurde bereits 1841 eröffnet. Zu den Aufgaben eines Betriebswerkes gehören u.a. die Wartung und Reparatur der genutzten Lokomotiven. Ende 1994 wurde das Werk stillgelegt und aufgegeben.

Nach der Stilllegung wurde ein Großteil der Anlage demontiert und fand in anderen Betriebswerken einen neuen Nutzen. Seitdem verfällt das Gelände und mit ihm die Gebäude. Die beiden Wassertürme, die bereits von Weitem zu sehen sind, stehen unter Denkmalschutz, aber auch diese leiden zusehends unter dem Verfall. Insgesamt ist das Bahnbetriebswerk, nach einem Brand in Jahre 2014, in einem sehr schlechten Zustand. 

Lützerath – Der letzte Kampf

Wie ihre beiden Nachbargemeinden Immerath und Borschemich wird auch Lützerath bis Ende 2020 dem Erdboden gleichgemacht und muss dem Tagebau Garzweiler II weichen. Die Umsiedlung zu Gunsten des Kohleabbaus begann 2006 und galt 2019 als abgeschlossen. Zwar ist Lützerath ein einwohnermäßig (105 Einwohner im Jahr 1970) kleines Dorf, blickte aber auf eine lange Geschichte zurück. 1168 wurde die Ortschaft erstmals urkundlich als Lutzelenrode erwähnt.

Drei große Höfe fallen dem Betrachter dabei besonders ins Auge. Der Neuwerker- oder Paulshof aus dem Jahre 1168, der Duissener-, Mönchs- oder Wachtmeisterhof aus dem Jahre 1265 und der Junkershof bilden das Zentrum des Dorfes und werden, genau wie die restlichen Gebäude, bald von der Landkarte verschwunden sein.

Wer mehr Informationen über den Tagebau Garzweiler, seine Dörfer und Geschichten erfahren möchte, sollte unbedingt HIER klicken! Der Fotograf Arne Müseler begleitet Garzweiler als Fotoprojekt bis zum bitteren Ende! 

Siehe auch:

Borschemich – Eine Geisterstadt inmitten des Tageabbaus, Der letzte Auftritt von St. Martinus, Die letzte „Ruhestätte“ in einem Abbaugebiet, Pfarrkirche St. Lambertus – Der Tod eines Gotteshauses, Immerath – Ein Dorf stirbt, Gärtnerei Coenen, Braunkohletageabbau Pesch, Borschemich – Die Tage sind gezählt

Wohnhaus des Textilgroßhandels N.

Letztens habe ich den Textilgroßhandel N. besucht und die Fotos hierzu veröffentlicht. Zu diesem großen Anwesen gehörte auch noch ein Mehrfamilienhaus samt Keller und Dachboden … Eine wahre Zeitreise 🙂

P.S. Mittlerweile wurde der gezeigte Standort abgerissen und zur Zeit entstehen hier zwei Häuser mit 17 barrierefreien Wohnungen.

Siehe auch: Textilgroßhandel N.