Fort IX

Die hier gezeigte Festungsanlage ist ein Teil eines Festungsringes einer preußischen Großstadt und wurde in der Zeit von 1877 bis 1881 erbaut. Im Laufe der Zeit wurde das Fort mehrfach umgebaut und später von der bisherigen Artilleriestellung in eine Infanteriestellung umgewandelt.

Als die Großstadt nach dem 1. Weltkrieg durch Britische Truppen besetzt wurde, spielten die Forts schon keine militärstrategische Rolle mehr. Auf Grund der Bestimmungen des Vertrages von Versailles wurden sie teilweise abgerissen bzw. zurückgebaut.

Im 2. Weltkrieg wurde das hier gezeigte Fort als „Freiwilliges Arbeits- und militärisches Früherziehungslager“ für jugendliche Abiturienten der NSDAP genutzt. Ein Teil des Schriftzugs ist bis heute noch über dem Hauptportal zu sehen. In direkter Nähe baute die Wehrmacht eine Kaserne, integrierte den restlichen Teil der Festung und quartierte dort Zwangsarbeiter ein. Nach dem 2. Weltkrieg nutze das Belgische Militär (bis 1998) die Gebäude als Pferdestall und Schießstand. Seit einigen Jahren nun verfällt diese Anlage.

Siehe auch: Fort X

Verborgene Orte im Flughafen Berlin-Tempelhof

Um den Flughafen Berlin-Tempelhof ranken sich zahlreiche Gerüchte und Geschichten und lassen daher viel Platz für Fantasien. Unter dem Hangar des Flughafens verläuft eine riesige Tunnelröhre. Hier montierte die Wehrmacht im Dritten Reich, unter der Nutzung von Zwangsarbeitern, tausende Jagdflugzeuge des Typs JU-87, besser bekannt als „Stuka“. Ebenso finden sich auf dem Gelände zahlreiche Luftschutzräume, in der die damaligen Mitarbeiter und ihre Familien in Bombennächten Schutz suchen konnten. Besonders gut erhalten sind die originalen Wandmalereien von Wilhelm Busch. Diese sollten den Kindern die Bombennächte erträglicher machen.

Das Highlight ist allerdings der russgeschwärzte Filmbunker. Damals galt der Bunker als einer der modernsten und geheimsten im ganzen Reich. Leider ging er in den letzten Kriegstagen in Flammen auf und das Film- und Fotomaterial wurde komplett zerstört. Was auf den Bildern zu sehen war konnte nie herausgefunden werden und gibt zahlreiche Rätsel auf.

Aber auch die jüngere Geschichte spiegelt sich in den Katakomben des Flughafens wieder. Während er amerikanischen Besetzung des Zentralflughafens Berlin-Tempelhof waren an diesem Ort bis zu 1500 Soldaten stationiert. So finden sich auch heute noch hier Dinge des alltäglichen Bedarfs wie z.B. die Sporthalle des damaligen Baketballteams „Berlin Braves“. 

Siehe auch: Flughafen Berlin-Tempelhof

Flughafen Berlin-Tempelhof

Der Flughafen Berlin-Tempelhof war einer der ersten Verkehrsflughäfen Deutschlands und nahm 1923 den Linienverkehr auf. Bis zu seiner Schließung im Oktober 2008 war er einer von drei internationalen Verkehrsflughäfen im Großraum Berlin.

Der Flughafen in seiner jetzigen Form wurde von 1936 bis 1941 erbaut. Er gilt als das größte Baudenkmal Europas und ist ein Merkmal für die gewaltige Selbstinszenierung der Nationalsozialisten. Durch die die Luftbrücke von 1948/49 wurde der Airport zudem Sinnbild für die Freiheit. Tempelhof ist weltweit der einzige Flughafen, in dem die Hangars mit den Abfertigungs- und Verwaltungsräumen in einem Gebäude zusammengeführt wurden.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges wurden viele Flächen des Gebäudes für Rüstungsproduktionen genutzt. 1945 nahm die US Air Force ihren Flugbetrieb auf und gab, nach dem Ende der Luftbrücke, Teile des Flughafens für die bürgerliche Nutzung frei. 1951 begann der zivile Luftverkehr im Flughafen Tempelhof. Die Haupthalle im Flughafengebäude erhielt ihr heutiges Aussehen im Jahr 1962. Seit 2010 wird das ehemalige Flughafengelände vom Land Berlin und seinen Unternehmen verwaltet und ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Siehe auch: Verborgene Orte im Flughafen Berlin-Tempelhof

 

Fort de Tancrémont

Dieses sehr gut erhaltene Anlage wurde im Jahre 1936 erbaut und war das kleinste der Forts des erweiterten Festungsringes rund um Lüttich. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage wegen des bei Eben-Emael erfolgreich verlaufenden deutschen Angriffes nicht mehr weiter behelligt, konnte sich daher bis zum 29. Mai 1940 gegen die deutsche Wehrmacht behaupten und ging als das „Fort, dass sich nicht ergeben wollte“ in die Geschichtsbücher ein.

Die Festung, die übrigens in einem sehr guten Zustand ist, hat die Form eines Vierecks und unterhielt damals für die Hauptbewaffnung 2 x 2 Kanonen 75 mm, 3 Mörser 81 mm (Typ Miss 32 Maginot), 4 Panzerabwehrkanonen 47 mm und 37 Maschinengewehre. Insgesamt ist die Festung fast 2km lang und knapp 30m tief.

Das Fort wir von einem kleinen Verein gepflegt und ist zwischen Mai – Oktober jeweils am 1. Sonntag des Monats zwischen 13:00-17:00Uhr zu besichtigen. Nähere Einzelheiten erhaltet ihr unter: http://www.fort-de-tancremont.be/contact-nl.html

Fort Hommet

Das Fort Hommet auf der Kanalinsel Guernsey, ist die Ruine eines Küstenforts auf der Landzunge der Gemeinde Castel. Bereits 1680 wurde die Festungsanlage erbaut und über die Jahrhunderte u.a. in der viktorianischen Zeit stetig erweitert. Der Martello-Turm wurde 1804, nach dem Beginn der Koalitionskriege erbaut

Im 2. Weltkrieg ergänzte die deutsche Wehrmacht das Fort, rund um den Martello-Turm, um diverse Bunker und Kasematten. U.a. entstanden hier Stahlkuppeln mit vielen Schießscharten sowie Suchscheinwerfern (von 60 cm, bzw. 150 cm Durchmesser) und 10,5-Zentimeter-K331 – Geschützen. Ein verstärkter Feldnachrichtenstand, ein festungsartiger Unterstand, ein Minenfeld, Feldstellungen mit Gräben und Maschinengewehrgräben, Flammenwerfern und Stacheldrahtverhaue machten die Verteidigungsanlagen des Stützpunktes komplett.

Siehe auch:

German Underground Hospital, Candie Road Cemetery mit Victoria Tower, Kanalinsel GuernseyClarence BatterieGarnisonsfriedhof Fort George

Reichsbahnbunker

Heute mal eine Mischung aus Lost Place und Geschichtskunde 😉 … ein lange Zeit unbekannter Ort, der erst im Jahre 2009, durch Zufall entdeckt wurde – der sogenannte Reichsbahnbunker in Köln.

1941 wurde der Bunker angelegt und diente bis 1945 als Quartier für die 18 Mann starke Werkluftschutzwache der Bahn. Zudem konnten auch die Mitarbeiter des damaligen Reichsbahnausbesserungswerk, im Falle eines Angriffes, Schutz suchen. In ihm waren u.a. ein Arztzimmer, eine Luftschutzapotheke, ein Fernsprechraum mit Funkanlage und einer kleinen Telefonzentrale enthalten. In einem Nebenraum sieht man eine zerborstene Decke mit verbogenen Stahlträgern. Dort schlug am 21.12.1944 eine Bombe ein bei der der Werkluftschutzleiter verstarb.

Restauriert und in mühsamer Kleinarbeit wurde dieses Stück Geschichte von der Arbeitsgemeinschaft Festung Köln e.V. wieder aufgebaut. Einmal im Monat öffnet der Verein für Interessierte die Tore und der Bunker kann, gegen eine kleine Spende, besichtigt werden. 

Hohlgangsanlage 8 – Jersey War Tunnels

Die fünfjährige, deutsche Besetzung der Kanalinseln ist Teil der Inselgeschichte. Nicht weniger als 12.000 deutsche Soldaten waren alleine auf Jersey stationiert. Hitler betrachtete die Inseln als Sprungbrett für die Eroberung Großbritanniens, und ab 1942 begann er sie als Teil des «atlantischen Walls» (Atlantikwall) zu befestigen. So entstand auch ein knapp ein Kilometer langer Tunnel in der Mitte Jerseys.

Ursprünglich war die «Hohlgangsanlage 8» (Ho8) als Munitionslager und Luftschutzbunker für die stationierten Infanteriedivision 319 gedacht. Als allerdings der deutsche Endsieg immer ferner rückte, wurde sie in ein giftgassicheres, 500 Betten umfassendes Krankenhaus umgewandelt, das aber nie benutzt wurde. Heute beherbergen die «Jersey War Tunnels» neben Teilen der ursprünglichen Einrichtung auch eine eindrucksvolle Ausstellung über die Besatzung der Insel.

Fort X

Das hier gezeigte Fort wurde im Jahre 1819 erbaut und war eines von insgesamt elf linksrheinischen detachierten Forts. Die Forts wurden zur Verstärkung der Stadtverteidigungsanlagen einer großen Stadt, im Halbkreis vor der Stadtmauer, zwischen 1816 – 1847, errichtet. Das Fort X wurde bereits 1825 in seiner ersten Version fertig gestellt.

Das Fort X ist in seinem heutigen Erhaltungszustand einmalig. Der heutige Bauzustand ist eine Mischung aus den letzten Modernisierungen der 1860er Jahren und der Zeit 1882-1891, als Fort X in die neue Stadtumwallung integriert war. Die Beschädigungen im 2. Weltkrieg, der Teilabriss des Kehltambours in 1960er Jahren sowie die Rekonstruktion der beschädigten Teile waren die zuletzt durchgeführten Veränderungen. 

Die als Fort X bekannte Festung muss für 3,2 Millionen Euro in Stand gesetzt werden. So viel soll es kosten, um Dächer, Fassaden und Fenster zu sanieren. Aktuell dringt Feuchtigkeit ins Gemäuer.

Siehe auch: Fort IX