Alter DDR Grenzübergang

Nur noch wenige Personen erinnern sich an diesen alten Grenzübergang samt Raststätte, die einst in direkter Nähe zum Teltow-Kanal lag. Anfang 1950 wurde dieser Kontrollpunkt für den Transitverkehr auf West-Berliner Gebiet eingerichtet und war damit der  Vorgänger des ab 1969 gültigen Grenzüberganges Checkpoint Bravo. Mit der Verlegung der Autobahn verlor dieser Ort seine Daseinsberechtigung. Wer mit offenen Augen das Gelände besucht wird feststellen, dass noch jede Menge Relikte aus dieser Zeit vorhanden sind.

 

 

Grenzübergang Helmstedt/ Marienborn

Heute mal wieder etwas geschichtliches, denn leider geraten solch wichtigen Zeitzeugen wie der Grenzübergang Helmstedt/ Marienborn viel zu schnell in Vergessenheit.

Marienborn war zu Zeiten der deutschen Teilung der größte und bedeutendste Grenzübergang an der innerdeutschen Grenze. Aufgrund der Nähe zu West-Berlin wurde über diesen Grenzübergang der größte Teil des Transitverkehrs zwischen Westdeutschland und Berlin abgewickelt. Er bestand zwischen 1945 und 1990 und regelte den Grenzverkehr auf der seit 1975 im Westen so benannten Autobahn 2.

Mittlerweile wurde ein Teil des Grenzübergangs zu einer sehenswerten Gedenkstätte umgewandelt. Die original Einrichtung wie u.a. die Passkontrolle, die PKW-Einreise und die Kontrollbox-Ausreise kann man nun selbst entdecken. Man kann nur erahnen wie es dort früher zugegangen ist und wie streng die Kontrollen gewesen sein müssen. Es fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise.

Kent School (Teil 1)

Die heutige, bis weit über die Grenzen von NRW hinaus, bekannte „Kent School“ oder „Anstalt Waldniel-Hostert“ blickt auf eine sehr bewegende, teils unschöne Geschichte zurück. Erbaut 1913 wurde das damalige „St. Josefheim“ durch den Franziskanerorden als Heim für hilfsbedürftige Männer genutzt. Die Anlage bestand damals u.a. aus der heute noch vorhandene Kirche mit Verwaltungstrakt, Schule und zwei weiteren Gebäuden. Als ab 1934 die Nazis anfingen Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften systematisch zu schwächen, mußte der Orden Konkurs anmelden und stellte seine Dienste ein.

In den Kriegswirren erlangte die „Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Waldniel“ einen sehr zweifelhaften Ruf. In der Kinderfachabteilung Waldniel fanden sogenannte „Säuberungen“ an geistig behinderten Kindern und Jugendlichen statt. Später wurde auch ein Altersheim für Kranke mit Diagnosen wie Demenz, Verwirrtheit und Schizophrenie eingerichtet. Nach Ende des Krieges befand sich hier die Volksschule und ein Erziehungsheim. Anfang der 50er Jahre nutzte die britische Besatzungsmacht das Objekt als „British Military Hospital Hostert“. In dieser Zeit entstanden auch mehrere Anbauten mit Op-Räumen, Kreissaal etc. Den Namen „Kent School“ erhielt die Anlage 1963, als diese zur britischen Schule umfunktioniert und umgebaut wurde. Seit Abzug der Briten im Jahr 1991 stehen die meisten Gebäude leer und warten auf eine neue Nutzung.

Im ersten Teil der Fotoserie hier nun ein paar Impressionen des Schulgebäudes nebst Küche, Lazarett und Wohnräume.

Kent School – Anstalt Waldniel-Hostert (Teil 2)

Militärgefängnis Patarei – Gefängnis des Schreckens

Man man man! Ich weiß gar nicht wo ich hier anfangen soll, denn dieser Ort ist eine wirkliche Hammerlocation! Bereits am Eingang stockt mir der Atem – so gigantisch, beängstigend und noch so wirklich sieht dieses Gefängnis aus. Es riecht extrem nach altem Schweiß … vielleicht sogar Angstschweiß … nach Tod und Menschen.

Erbaut wurde diese ursprüngliche Festung 1840 auf Anordnung des russischen Herrschers Nikolai I. Ursprünglich als Kanonenbatterie in Betrieb genommen, wurden hier ab 1864 Soldaten stationiert, die die russische Herrschaft über das unterdrückte Estland bewahren sollten. Als Estland 1918 in den Unabhängigkeitskrieg gegen die Russen zog, wurde Patarei dann erstmals als Gefängnis genutzt.

Über 80 Jahre (1918 – 2002) galt die Patarei als das schrecklichste Gefängnis weltweit, bis zu 5000 Menschen wurden dort wie Vieh gehalten. Keiner kennt die genauen Zahlen darüber wie viele Menschen hier in mehr als 80 Jahren Gefängnis-Geschichte gefoltert und deportiert wurden oder gar ums Leben kamen – doch den Horror, der hier geherrscht haben muss, kann man sich auch heute noch problemlos vorstellen. Einzelzellen außen und innen lassen die Folter nur erahnen, die Todeszelle ist allgegenwärtig – 1991 fand hier die letzte Hinrichtung statt. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gefängnis als Arbeits- und auch Konzentrationslager zweckentfremdet.

Das Leiden und die Not der Gefangenen muß unvorstellbar gewesen sein, aber es kam noch schlimmer! Als 1980 die Olympischen Spiele in Moskau stattfanden, wurden die Segelwettbewerbe nach Tallin ausgelagert. Damit aber die Häftlinge in den zur Seeseite gelegenen Zellen keinesfalls irgendwelche Zeichen an die Außenwelt geben konnten, verschloss man ihre Zellenfenster kurzerhand mit Stahlplatten. Danach wurden sie nie wieder entfernt. So herrschte in Patarei 22 Jahre lang (!!!) Dunkelheit. Als das Gefängnis 2002 für immer geschlossen wurde lebten hier noch 1200 Häftlinge.

 

 

Farolim de Felgueiras – Leuchtturm Felgueiras

Ein wunderschöner verlassener Leuchtturm zog vor einiger Zeit meine Aufmerksamkeit auf mich, der Farolim de Felgueiras. Gebaut aus Granit, ist der „kleine Mann“ mit seinen 10 Metern wahrlich keine Größe seiner Zunft 😉

Er liegt an der Mündung des Douro, genau an der Stelle wo der Fluß in den Atlanitk mündet. 1886 wurde er erbaut und war bis 2009 in Betrieb. 1979 wurde die Anlage automatisiert. Leider führte kein Weg hinein, was aber meiner Begeisterung keinen Abbruch tat. Heute nutzen viele Einheimische den Platz zum Angeln oder einen freien Blick aufs Meer zu genießen.

 

Steinwache – Hölle Westdeutschlands

Ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte bildet das Polizeigefängnis „Steinwache“ oder besser bekannt als die „Hölle Westdeutschlands“. Das einstige Polizeirevier von 1906 wurde ab 1933 zur Folterung und Erpressung von politischen Gegnern missbraucht. Zudem verschleppte die Gestapo (Geheime Staatspolizei) von hieraus jüdische Bürger und ausländische Zwangsarbeiter mit Endziel ein Konzentrationslager!

Insgesamt wurden in der Zeit von 1933-1945 mehr als 66.000 Personen inhaftiert. Nach dem Krieg wurde das Hauptgebäude bis 1976 noch weiter als Polizeidienststelle genutzt, heute ist es eine sehr sehenswerte Mahn- und Gedenkstätte. 

Mehr Informationen findet Ihr hier: Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

 

Linnahall – Multifunktionshalle

Unglaublich! Diese Multifunktionshalle mit geschichtsträchtigem Hintergrund war einst das Vorzeigeobjekt schlechthin. Die Linnahall wurde wurde zu den Olympischen Sommerspielen 1980 fertiggestellt. Die Spiele fanden in Moskau, die Segelwettbewerbe in Tallinn statt. Danach wurde sie als Mehrzweckhalle für Kultur- und Sportveranstaltungen genutzt.

Über den Erhalt des gigantischen Architekturdenkmals bzw. den Umbau zu einem Konferenzzentrum wird heute in Estland lebhaft gestritten. Der Bau ist derzeit zunehmend dem Verfall preisgegeben. Dennoch ist die Linnahall sowohl bei Einheimischen als auch Touristen als Treffpunkt beliebt, da man von ihrem Dach aus einen tollen Ausblick auf die Ostsee und die Stadt hat. Leider war die Halle nicht zugänglich, zu gerne hätte ich einen Blick hinein geworfen ….

Raststätte Dreilinden

Die Raststätte am ehemaligen Grenzkontrollpunkt Dreilinden in Zehlendorf, einer der bedeutsamsten Erinnerungsorte, diesseits und jenseits der Avus der deutsch-deutschen Teilung steht seit 2002 leer und wartet auf seine neue Bestimmung. 

Ursprünglich wurde die Raststätte 1973 eröffnet und war sehr beliebt bei Lkw-Fahrern und hatte viele Stammkunden. Seit Jahren wird ein geeigneter Käufer für dieses Objekt gesucht, besonders für den großen Bruder auf der gegenüberliegenden Seite. Aber wer das denkmalgeschützte Gebäude erwerben wird, muß sich im Klaren darüber sein, dass die Investition sehr hoch ausfallen wird. 

Autobahnpolizeiwache

RUMS! Da ist es passiert! Nach über 40 Jahren wird die Autobahnpolizeiwache an der A 61 abgerissen. Zu alt und zu marode ist das Gebäude. An derselben Stelle entsteht eine neue Wache, die nach jetzigem Planungsstand Ende 2015 bzw. Anfang 2016 bezugsfertig sein soll.

Ich hatte nur wenig Zeit ein paar Erinnerungsfotos zu schießen, denn zu schnell wurde das Gebäude abgesperrt und vom Bagger zerstört… daher auch leider keine Innenaufnahmen.  🙁

Bergberufsschule der Zeche Z.

Viele Jahre diente die Bergberufsschule der Ausbildung der Berglehrlinge. Insgesamt beinhaltete der Bau, inmitten eines kleinen Wäldchens, vier Klassenzimmer, zwei Tischtennisräume und eine große Turnhalle mit Schwingboden. Zu ihren Glanzzeiten beherbergte die Ausbildungsstätte sogar ein Schwimmbad. In dem sechseinhalb mal 14 Meter großen Becken tummelten sich nicht nur die Berglehrlinge, sondern auch die die Kinder der ganzen Zechensiedlung (siehe dazugehöriges Album).

Das Erscheinungsbild der Gegenwart ist weit davon entfernt. Nicht, dass sich dem Betrachter eine Ruine präsentierte. Die Substanz ist offenbar nach wie vor kernig. Aber auch Verfallserscheinungen, hauptsächlich wohl mehr dem Zerstörungstrieb ungebetener Besucher zu verdanken, als dass der Zahn der Zeit genagt hätte, lassen sich nicht übersehen. Zwar sind die repräsentativen Bogenfenster untenherum mit metallenen Platten gesichert, aber nicht so weit, dass sich nicht Lücken finden ließen, um die Scheiben dennoch einzuschlagen. Schmierereien und Glasscherben überall.